Wiederaufbau der Lebensgrundlagen in Haiti

Wiederaufbau der Lebensgrundlagen in Haiti

Im Oktober 2016 hat der Hurrikan «Matthew» grosse Landstriche im Südwesten Haitis verwüstet. Millionen von Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. HEKS war als eine der ersten internationalen Hilfsorganisationen vor Ort und hat bis Ende 2017 über 15’000 Familien beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. Die humanitäre Hilfe wurde Ende Januar 2018 vorläufig abgeschlossen. Gegenwärtig plant HEKS die nächste Projektphase, um den von «Matthew» betroffenen Familien eine ihren gegenwärtigen Bedürfnissen angepasste mittelfristige Unterstützung zu leisten.

Der Hurrikan «Matthew» hat die beiden wichtigsten Einnahmequellen der Menschen auf dem Land, die Landwirtschaft und die Viehbestände, weitgehend zerstört. HEKS war als eine der ersten internationalen Hilfsorganisationen vor Ort und verteilte gemeinsam mit seinen lokalen Partnerorganisationen Wasserreinigungstabletten und ermöglichte der betroffenen Bevölkerung ein Einkommen durch organisierte Aufräumarbeiten. Bis Ende 2017 hat HEKS mehr als 18’000 von den Folgen des Hurrikans besonders betroffene Familien in den abgelegenen Gemeinden der Grand’Anse beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. So konnte der Zugang zu Trinkwasser, zu den Feldern und zu den Märkten wiederhergestellt und die landwirtschaftliche Produktion sowie der Schulunterricht wiederaufgenommen werden.

«Cash for work»
Rund 6400 Familien erhielten seit Oktober 2016 die Möglichkeit, durch «Cash for work» im Rahmen von dringenden Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in ihren Gemeinden während einigen Tagen ein Einkommen zu erzielen. Die Begünstigten setzten insbesondere Landstrassen und Zugangswege instand, um die Erreichbarkeit ihrer Dörfer und den Zugang zu den Wasserversorgungsstellen zu verbessern. Mit dem Einkommen konnten die Begünstigten zum Beispiel Nahrungsmittel kaufen, ihr Haus reparieren, die Kinder zur Schule schicken oder einen Arzt aufsuchen. Zudem haben 676 besonders benachteiligte Familien eine bedingungslose finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken. Die von HEKS geleistete finanzielle Unterstützung trägt auch zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft bei.

Zugang zu sauberem Trinkwasser
Damit die Dorfbevölkerung in diesem fruchtbaren, aber karstigen Gebiet ihre Lebensgrundlagen langfristig sichern kann, muss der Zugang zu sauberem Wasser gewährleistet werden. Im Rahmen von «Cash for work» wurden bis Ende 2017 23 Quellen, die seit dem Hurrikan verunreinigt oder nicht mehr zugänglich waren, wieder freigelegt sowie fünf Wasserreservoirs repariert. Davon profitieren insgesamt rund 15’000 Familien, inklusive die Schulen in der Umgebung.

Förderung der Landwirtschaft
Ebenso wichtig für die Ernährungssicherheit und die Erwirtschaftung eines Einkommens ist die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion. Die vom Hurrikan verwüsteten Felder haben sich wegen des trockenen Klimas und Überschwemmungen während der Regensaison im vergangenen Jahr nur ungenügend erholt. 18’669 Kleinbauernfamilien erhalten Saatgut, um Mais, Bohnen, Süsskartoffeln und Yamswurzeln anzupflanzen, und bauen Terrassen zum Schutz vor Erosion. Durch den Kauf von lokalem Saatgut fördert HEKS gleichzeitig die Saatguthersteller in der Region. Ausserdem fördert HEKS gemeinsam mit der Universität Nouvelle Grand’Anse die Kenntnisse lokaler Bauern in der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Reparatur und Wiederaufbau von Schulen
Damit die Menschen wieder zur Tagesordnung übergehen und sich der Sicherung ihres Lebensunterhalts widmen können, war es wichtig, dass auch der Schulunterricht möglichst rasch wiederaufgenommen werden konnte. HEKS unterstützte die Gemeinschaften, bei leicht beschädigten Schulen das Dach zu reparieren und als Ersatz für die stärker in Mitleidenschaft gezogenen Schulhäusern temporäre Klassenzimmer mit der nötigen Grundausstattung einzurichten. Bis Ende 2018 werden zudem fünf erdbeben- und hurrikansichere Schulen gebaut.

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Ausblick 2018

Dank der Bemühungen der lokalen Gemeinschaften, der internationalen Gemeinschaft und der Diaspora sind die Schulen wieder weitgehend in Betrieb, die Märkte aktiv und die Ernten verbessert. Nun gilt es, diese positiven Resultate nachhaltig zu sichern. HEKS hat die humanitäre Hilfe Ende Januar 2018 vorläufig abgeschlossen und plant gegenwärtig die nächste Projektphase, um den von «Matthew» betroffenen Familien eine ihren gegenwärtigen Bedürfnissen angepasste mittelfristige Unterstützung zu leisten.

HEKS ist akkreditierter Partner der Glückskette.

Stand: Januar 2018

 

 

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Kontakt:
HEKS Medien und Information
Dieter Wüthrich
Tel. 076 398 97 11
dieter.wuethrich@heks.ch