Wiederaufbau der Lebensgrundlagen in Haiti

Wiederaufbau der Lebensgrundlagen in Haiti

Im Oktober 2016 hat der Hurrikan «Matthew» grosse Landstriche im Südwesten Haitis verwüstet. Millionen von Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. Auch knapp ein Jahr nach der Katastrophe leiden noch immer über 1,5 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit. HEKS hat seine Nothilfe bis Ende 2017 verlängert.

Der Hurrikan «Matthew» hat die beiden wichtigsten Einnahmequellen der Menschen auf dem Land, die Landwirtschaft und die Viehbestände, weitgehend zerstört. In den Departementen Sud und Grand’Anse, den am stärksten betroffenen Regionen, leiden auch knapp ein Jahr nach der Katastrophe mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch immer unter Ernährungsunsicherheit. Das trockene Klima und Überschwemmungen während der Regensaison verunmöglichten es den Menschen, genügend Nahrungsmittel anzubauen, um sich zu ernähren und ein Einkommen zu erwirtschaften. HEKS hat darum seine Nothilfe bis Ende 2017 verlängert. 12’340 Familien, die von den Folgen des Hurrikans besonders betroffen sind, werden beim langfristigen Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen unterstützt. Von Juni bis Dezember 2017 profitieren insgesamt 61’700 Menschen von den verschiedenen Massnahmen.

«Cash for work»
Rund 500 Familien erhalten die Möglichkeit, im Rahmen von «Cash for work» während 20 Tagen ein Einkommen zu erzielen. Die Begünstigten setzen Landstrassen und Zugangswege instand, um die Isolation ihrer Dörfer zu verringern und den Zugang zu den Wasserversorgungsstellen zu verbessern. Mit dem Einkommen können die Begünstigten landwirtschaftliche Werkzeuge und Saatgut kaufen und ihren Viehbestand aufstocken. Mehr als 600 Familien, die besonders benachteiligt sind, erhalten bis Ende Jahr bedingungslos finanzielle Unterstützung in der Höhe von rund 50 Franken pro Monat, um ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken. Die von HEKS geleistete finanzielle Unterstützung trägt auch zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft bei.

Zugang zu sauberem Trinkwasser
Damit die Dorfbevölkerung in diesem fruchtbaren, aber karstigen Gebiet ihre Lebensgrundlagen langfristig sichern kann, muss der Zugang zu sauberem Wasser gewährleistet werden. Im Rahmen von «Cash for work» werden 8 Quellen, die seit dem Hurrikan verunreinigt oder nicht mehr zugänglich sind, wieder freigelegt und 14 Wasserreservoirs repariert. Davon profitieren insgesamt rund 3000 Familien sowie die Schulen in der Umgebung.

Förderung der Landwirtschaft
Ebenso wichtig für die Ernährungssicherheit und die Erwirtschaftung eines Einkommens ist die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion. Die vom Hurrikan verwüsteten Felder haben sich wegen des trockenen Klimas und Überschwemmungen während der Regensaison nur ungenügend erholt. 6100 Kleinbauernfamilien erhalten Saatgut, um Mais, Bohnen, Süsskartoffeln und Yamswurzeln anzupflanzen, und bauen Terrassen zum Schutz vor Erosion. Durch den Kauf von lokalem Saatgut fördert HEKS gleichzeitig die Saatguthersteller in der Region. Ausserdem fördert HEKS gemeinsam mit der Universität in Grand’Anse die biologische Schädlingsbekämpfung.

Reparatur und Wiederaufbau von Schulen
Damit die Menschen wieder zur Tagesordnung übergehen und sich der Sicherung ihres Lebensunterhalts widmen können, ist es wichtig, dass auch der Schulunterricht möglichst rasch wiederaufgenommen werden kann. HEKS unterstützt die Gemeinschaften, bei leicht beschädigten Schulen das Dach zu reparieren und als Ersatz für die stärker in Mitleidenschaft gezogenen Schulhäusern temporäre Klassenzimmer mit der nötigen Grundausstattung zu errichten. Bis Ende 2018 werden zudem 5 erdbeben- und hurrikansichere Schulen gebaut.

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Resultate der Nothilfe bis Mai 2017
HEKS war nach dem Hurrikan als eine der ersten internationalen Hilfsorganisationen vor Ort. Gemeinsam mit seinen lokalen Partnerorganisationen verteilte HEKS Wasserreinigungstabletten und unterstützte 6020 der am stärksten betroffenen Familien mit «Cash for work». Insgesamt wurden 250 Hektaren Land von Bäumen und anderen Gegenständen freigeräumt, 43 Kilometer Landstrassen saniert und 12 Trinkwasserquellen zugänglich gemacht. 523 der am stärksten benachteiligten Haushalte erhielten zudem bedingungslos eine finanzielle Unterstützung von rund 180 Franken. Zudem verteilte HEKS Bohnen-, Mais-, Yamswurzel-, Süsskartoffel- und verschiedenes Gemüse-Saatgut an über 5000 Familien und unterstützte die Gemeinschaften bei der Reparatur von 11 beschädigten Schulen sowie bei der Errichtung von provisorischen Klassenzimmern für 7 Schulen. 3500 Kinder können dadurch wieder die Schule besuchen.

HEKS ist akkreditierter Partner der Glückskette.

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Stand: August 2017

 

 

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HEKS Medien und Information
Dieter Wüthrich
Tel. 076 398 97 11
dieter.wuethrich@heks.ch